NORMAL ROUTE:
N.N.-GRAT: Ab Plaza de Mulas folgt man der auf der beiliegenden Ausführung angegebenen Route. Die erste Etappe wird bis zum oberen Teil des sogenannten "Portezuelo del Manzo" (5.200 m) empfohlen, wo ein paar Tage für eine gute Akklimatisierung ratsam sind. Diese Zone charakterisiert sich durch eine Menge Felsen, die geschützte Lager ermöglichen. Je nach Intensität des winterlichen Schneefalls, bildet sich in manchen Jahren eine kleine Lagune, die dem Sportler das nötige Wasser bietet.
Die Schutzhütte "Antártida Argentina" (5.500 m. ) wird, weil sie abseits der Routen liegt, kaum noch von einer Expedition benutzt. Ab dem "Portezuelo del Manso" oder "Campo 1" genannten Ort Romrot man über leichte Geröllhalden zu den Schutzhütten auf ca. 5700 m. Ihre Benennung: "Plantamura", "Libertad" und "Berlin". Viele EXpeditionen verweilen auf dieser Höhe auch ein paar Tage, in der Absicht, die nötige Akklimatisierung zu erlangen. Ab diesem Punkt bieten sich zwei Alternativen: die erste besteht darin, in einem sehr anstrengenden Tagenmarsch den Gipfel anzustreben; andernfalls rückt man bis zur Gegend der Schutzhütte "Independencia" (6.500 m. ) vor und erreicht ab dort am nächsten Tag den Gipfel. Allgemein wird die erstgenannte Möglichkeit ausgewählt; sie hat aber den Nachteil, dass aus dem einen oder dem anderen Grund die Nacht immer beim Abstieg einbricht. Es soll dagegen versucht werden, dass sich die Gruppe bei Tageslicht fortbewegt. Bei der zweiten Alternative ist der Tagesmarsch zwar kürzer, die Nacht Jedoch ist auf diesen Höhen sehr unbequem, was noch dadurch verschlimmert wird, dass die Schutzhütte halb zerstört ist. In allen Fällen, und weil die Zahl der Expeditionen die Jahr für Jahr die Gipfelbesteigung des Aconcagua versuchen, nicht zu unterschätzen ist, ist es nötig, Zelte zu benützen, da alle Schutzhatten kleine "Biwaks" für 3 oder 4 Personen sind. (Siehe Item mit dem Zustee derselben). Beim Abstieg besteht die Versuchung, dem Verlauf der Grossen Geröllhalde zu folgen, was unweigerlich von den Schutzhütten wegfûrt und ihre Auffindung verhindert. Diese Strecke bietet keinerlei natürlichen Unterschlupf bei aufkommendem Unwetter und gegen das rauhe K1 tm~-. Im Falle eines Unwetters wäre es Selbstvernichtung, in der Hoffnung auf einen schnelleren Abstieg dem Verlaufe der Grossen Geröllhalde zu folgen. Erfahrungen ha-ben bewiesen, dass auf dieser Strecke keinerlei natürlicher Schutz vorhanden ist, wo eine Besserung des Wetters abgewartet werden könnte. Sowohl im Aufstieg wie im Abstieg ist es ratsam, sich entlang der Felsen des NW-Grates fortzubewegen, d.h. den Weg zu nehmen, wo sich die Schutzhütten befinden. Falls die köperliche Verfassung während des Aufstiegen nicht sonderlich gelitten hat, kann für den Abstieg 20 bis 40 % der Aufstiegszeit angenommen werden. Diese Rechnung stimmt nicht, wenn Erschöpfung während des Aufstiegen eingetreten ist. In dieser Höhe darf eine Erholung nicht erwartet werden. In diesem Falle müsste für den Abstieg mit der gleichen Zeit und mit derselben Anstrengung wie für das Emporsteigen gerechnte werden. Auf dieser NORD-Route gibt es keine technischen Schwierigkeiten, doch muss mit Unwettern von unvorstellbarer Heftigkeit gerechnet werden, sowie mit Auftreten der "Puna" (Höhenkrankheit). Es ist unerl~sslich die im Hochgebirge üblichen strengen Sicherheitsmassnahmen zu beachten, die keinesfalls unterschätzt werden dürfen, das könnte leicht zur Selbstvernichtung führen.
POLENGLETSCHER ROUTE
Anmarsch durch die Schlucht des Rto Vacas und des Arroyo Relinchos (durchfurcht von zahlreichen Báchen, mit ausreichendem Brennholz) bis zum Basislager "Obere PlazaArgentina" 4.100 m. Höhe. Vom Basislager Steigt man in Richtung WNW über stark geneigte Geröllhalden bis zur Höhe von 4.700 m., nach Oberwindung eines grosses Gratturn-Zacken, wird Lager 1. aufgeschlagen. In der gleichen Richtung weitersteigend erreicht man den Portezuelo Ameghino 5.300 m., Lager 2. Von der Scharte rückt men in Richtung SW über den Nord-hang des Westkammes bis 5.800 m. vor, ungefähr bereits am Beginn des Glaciar de los Polacos, wo Lager 3. aufgeschlagen wird. Einmal auf dem Gletscher, wird dieser nicht mehr verlassen bis man die Höhe 6.500 m. erreicht, die sich sehr nahe am Rande der Schneide befindet. An einem durch die Felsen der Schneide geschützten Platz, "Piedra Bandera", Lager 4 errichten. Für den Angriff auf den Gipfel empfiehlt sich ein Biwak auf etwa 6.700 m. Die Entfernung von Punta de Vacas bis zum Basislager beträgt ungefähr 60 km. Wegen dem geringen Schwierigkeitsgrad, den dieser Zugang bietet, kommen viele Expeditionen im Quergang von den Schutzhütten auf 6.000 m her zum Fusse der Polen - Gletschers über die Nord - West - oder Normal - Route.
FRANZOSISCHE UNTEKER HORCONES ROUTE - SUDWAND:
Die Südwand mit ihren nahezu 3.000 m. bildet einen Strebepfeiler, der erstmalig von einer fran~-ösischen Gruppe im Jahre 1954 begangen wurde. Der Pfeiler bietet eine gewisse Scherheit gegen Steinschlag und Lawinen. Das Basislager in "Plaza Francia" 4.100 m. Höhe befindet sich links am Fusse des Pfeilers. Lager 1 erreicht man über sehr steiles Geröll und mit leichter Kletterei am Fusse der "Grandes Torres" (Grosse Türme) 4.900 m. Diese Felstürme sind durchSArcht mit Bändern und ZugangsRinnen welche gewöhnlich mit Eis bedeckt sind und eine ausgefeilte Felstechnik erfordern. Schwierigkeitsgrad nicht über 4 (+). Sie vermitteln den Zugang zu Lager 2 auf 5.800 m. am Fusse des Glaciar Inferior (Unterer Gletscher ). Nach einer Strecke über sehr steiles Eis und Überwindung eines kleinen Felsabsetzen wird der Gletscherbruch des "Glaciar Superior" (Oberer Gletscher) durchstiegen. Senkrechter Abbruch von etwa 50 m Höhe. Künstliche Hilfsmittel für Kletterei auf Eis. Der "Glaciar Superlot" ( Oberer Gletscher) bietet ein bequemes Plateau für Lager 3. ( 6.400 ). Ein Quergang nach rechts führt ans Ende und an den Fuss dews oberes Pfeilers. Weges des Geländeverhältnisse (Schwierigkeitsgrad 5) hier Lager 4 auf 6.700 m. und Ausgangsl~unkt f~r den Angriff auf des Gipfel. Der Abstieg erfolgt normalerweise über die N-Flanke oder Normal-Route
SW-ROUTE-SCHNEIDE IBAÑEZ, GRAJALES, MARMILLOD:
Ab Plsza de Mulas Vieja (4.230 m. ) nach einer kurzen Strecke eben nach S, Anstieg über Ger611hang 6 bis 7 Stunden bis zu den ersten W~mden und letzten ohne Klettern erreichbaren Punkt. Lager 1 auf 5.500 m. Am nächsten Tag weiter am Fusse die W~nde an-und absteigend über eine Reihe von Bändern und Geröllstrecken in Richtung Süd-Kamm, der etwa 2.5 km. entfernt ist. Auf halber Strecke ist der Berg von einem grosses Kanal eingeschnitten, welcher den Schlüssel zum Aufstieg darstellt. Durch diesen Kanal gelangt man auf den oberen Teil des Kammes unter Vermeldung des Abschnittes von 6.000 bis 6.600 m-, in dem sich mehrere Konglomerat-Türme befinden, senkrecht und unersteigbar Um den Kanal zu erreichen muss eine erste Felsstufe von 100 m. Höhe bewältigt werden, die diesen ganzes Teil des Berges wie ein ~ürtel umzieht. Man umgeht ihn, indem man in Richtung Kamm vorstösst, In dessen Nähe sich eine tiefe Rinne befindet, durch die man bis zum Fusse des ersten der senkrechten Türme des Kammes ansteigt ganz nahe beim Punkt 6.009 m. in der Topographie 1/50.000 des Instituto Geográfico Militar Argentino. Von diesem Punkt aus wendet man sich nach N, Abstieg etwa 200 m. querüber eines Geröllhangs bis zum Erreichen des "Grosses Kanals" (Gras Canal). Bei einem Stein mit Dachform Lager 2 auf 5.700 m., bloss 200 m. oberhalb von Lager 1, von der Senkrechten des Berges leicht nach Süden versetzt. Der Kanal wird über einen Hang von glattgeschliffenem Fels in Angriff genommen. Nach einigen hundert Meters wird er engerund bildet eine schnelle Schneerutsche ("tobogan") zwischen zwei Felsw~nden. Weiter oben wird das Gelände wieder breiter. Schliesslich kommt man auf einen offenen Hang, der gegen eine senkrechte Wand stötsst, die rechts einen Ausl&~ufer der Schneide darstellt, aber nach links an H~he verliert. Die Route wendet sich in einer Diagonale in diese Richtung. Dortselbst, zwischen einem Schneefeld und dem Fusse der Wand ist ein verh~ltnismässig guter Platz für Lager 3 in 6.400 m. Von hier aus folgt man der Oberkante der Wand, die ein Neber~amm in Westhang ist, bis zum Zusammentreffen mit dem Süd--Kamm (wahrscheinlich Punkt 6.707 m. in der Topographie 1/50.000 des I.G.M.A. ). Weiter geht es über die Hauptschneide, die bis zum Gipfel nicht verlassen wird. Abstieg über den Verbindungsgrat beider Gipfel (Cresta del Guanaco), um den oberen Teil der Grossen Geröllhalde der Nordflanke zu nehmen, schon sehr nahe beim Hauptgipfel.
OST-GLETSCHER-ARGENTINISCHE ROUTE:
Die Annäherungsroute führt über das Vacas - und Relinchos Tal bis zur oberen Plaza Argentina (Plaza Argenrinn Superior). Der Ost-Gletscher liegt zwischen dem Polen Gletscher und der Süd-Wand un beginnt auf 6.300 m. Seine steilste Neigung liegt zwischen 60 und 65 Grad. Die unteren Strecken Bereitenkeine grossen Schwierigkeiten; diese beginnen auf 6.200 m, wo ein Felsbruch von 400 m zu überwinden ist. Die Endstrecke wird über die Schneide des Polen Gletschers, schon nahe der Bergspitze erreicht. Diese Route wurde zum ersten Mal im Februar 1978 von den Argentiniern Guillermo Vieyro, Jorge Jasson und Edgardo Porcelana mit Erfolg begangen.
SÜD-WEST SCHNEIDE MENDOZINER ROUTE:
diese neue Zugangsvariante, die über die Pyramide führt, wurde im Januar 1982 von Carlos Sansoni und Sergio Buglio erschlossen. Man kommt durch das Horcones - Tal herein bis zum Gipfel des Berges Pirámide (6.000 m) Ab dort un durch eine Schlucht kommt man auf die original Route der Süd - West Schneide, die zum Süd - Gipfel Führt. Der Abstieg erfolgt über die grosse Geröllhalde (Gran Acarreo) nach Plaza de Mulas. |
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